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Thais essen am Boden, auf einer ausgelegten Matte, die, wie alle Räumlichkeiten der Thais, nicht mit den Schuhen betreten werden darf, das gilt auch wenn die Matte im Hof oder der Terrasse ausgebreitet wird, was nicht unüblich ist. Man sitzt sich im "Schneidersitz" gegenüber und faltet die Beine immer so, daß die Füße niemals einem Menschen entgegengestreckt werden. Die Füße sind das schmutzigste am Menschen und sie seinem Gegenüber entgegenzustrecken ist eine grobe Beleidigung. Das ausziehen der Schuhe ist eine Hygienemaßnahme: tappen sie doch ungewollt den ganzen Tag mit den Schuhen in irgendwelchen Unrat, den will man nicht in der Wohnung (dem Geschäft, dem Restaurant) haben.

Viele Geschäfte und Restaurants haben es angesichts der vielen (unhöflichen) Touristen bleiben gelassen, diesen Grundsatz umzusetzen; dort lassen sie die Schuhe natürlich auch an, sonst würden sie im Schmutz der anderen herumlaufen.
Auch gibt es in den Touristengebieten kaum ein Restaurant wo sie am Boden sitzen müssen.

 Bestecke

Thaigerichte sind immer mundgerecht zubereitet (wie üblich in fast ganz Asien), daher werden sie das in unseren Breiten verbreitete Messer beim Besteck vermissen. Im Gegensatz zu anderen asiatischen Kulturen haben Stäbchen jedoch eine untergeordnete Bedeutung. Gegessen wird mit dem Löffel, die Gabel wird als Hilfsmittel (quasi ein Messerersatz) verwendet. Führen sie nicht die Gabel zum Mund (auch wenn sie es so gewohnt sind), das ist einfach nicht schicklich.

Üblicherweise werden mehrere Gerichte angeboten, die mit Soßen und anderen Gemüsen kombiniert gegessen werden. Hierzu nehmen sie sich eine Portion Reis auf einen Teller oder in eine Schale, dann nehmen sie sich ein wenig von der Hauptspeise (was immer angeboten wird), ein wenig Gemüse und Soße mischen sie das ganz mundgerecht und führen sie es mit dem Löffel zu den Lippen.

Essen: ist eine der Lieblingsbeschäftigungen für Thais. Wundern sie sich daher nie über die Frage: "Gin gao mai?": "hast Du schon gegessen? Eigentlich: "Hast Du schon Reis (gao) gegessen (gin)? "mai" macht aus der Aussage eine Frage.

Soßen: Thais bezeichnen Suppen und Soßen alles als Suppe, alles das, was zu den Gerichten gereicht wird. Es gibt (siehe ebenda) auch "richtige" Suppen.

Reis: gibt es fast immer zu den Speisen, denken sie im Restaurant daran, daß sie ihn extra bestellen müssen, er wird nicht automatisch dazu serviert.

Scharf (ped): Ja, Thais mögen es pikant und viele Gerichte werden schon so serviert. Bei privaten Einladungen geben sie ihrem Gastgeber einen Tipp, daß sie sehr pikantes Essen nicht gewohnt sind. Er wird den Hinweis weiter geben und ein milderes Gericht bei ihnen ankommen. Im Restaurant scheuen sie sich nicht dem Kellner die Anweisung zu geben: "pom ahan mai ped karp!" (pom = expliziter Bezug auf sie selbst; ahan = Essen; mai = jetzt für Verneinung; ped = scharf; karp = macht aus allem die Höflichkeitsform).
Sehr oft oder zumeist wird das Essen wenig pikant serviert, sondern sie sind aufgefordert es selbst nachzuwürzen. Thaihaushalte kennen kein Salz. Falls sie diesen Geschmack erreichen wollen, müssen sie Fischsoße verwenden